Programm - Über Blues und Boogie

Blues and Boogie Nights begeistern nicht erst seit gestern das Publikum mit Livemusik vom Feinsten und animieren zum Mittanzen. Die meisten von uns allerdings kennen Blues und Boogie nur als Begriffe und wissen, dass es sich dabei um ein Musikgenre handelt. Was genau hinter den beiden Begriffen steckt, wissen oft nur Kenner, weshalb wir uns hier einmal näher mit den beiden Genres beschäftigen wollen.

Der Boogie ist vor mehr als 100 Jahren in den USA entstanden und es handelt sich um einen Solo-Klavierstil. Im Wesentlichen entspricht der harmonische Ablauf dem Blues. Während die linke Hand meist rollende Bässe in punktiertem Rhythmus spielt, setzt die rechte Hand dieser Melodie ebenso bluesorientierte, von Trillern und Tremoli durchsetzte Off-Beat-Figuren entgegen. Das Klavier-Pedal bleibt dabei zumeist unberührt. Der Boogie ist im Vergleich zum Blues deutlich schneller und erfordert daher eine gewisse technische Raffinesse.

Was den Ursprung des Boogies angeht, so gelangte er vor allem durch Immigration von Schwarzen in den Norden der USA und wurde insbesondere in Chicago populär. Von dort aus wurde der Boogie vor allem durch die sogenannten „House-Rent-Partys“, die einem lustigen Prinzip folgten: Schnaps und einen Musiker besorgte der Wohnungsinhaber und finanzierte dann mit dem Eintrittsgeld seine Miete. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Boogie weiter und wurde vor allem durch Pianisten wie Clarence Pinetop Smith und Jimmy Yancey bekannt.

Durch sie avancierte er für eine gewisse Zeit gar zu einem Teil der Popmusik. Auch heute noch erfreut sich der Boogie einer gewissen Beliebtheit und es gibt sogar Tanzgruppen, die sich nur diesem Musikgenre widmen und den Boogie durch ihre Auftritte zu einer Legende werden lassen. Seit 1988 findet in der Hamburger „Fabrik“ an jedem 8. August „The Hamburg Boogie Woogie Connection“ statt, wo internationale Stars des Boogies zusammengeführt werden. In Brunn am Gebirge findet jährlich im Juni für drei Tage ein Treffen von Spitzenkünstlern statt, die dort ihre Leidenschaft zum Boogie gemeinsam zelebrieren.